Radltour Neuseeland 2006

2. Teil (Miranda - Athenree, 17. - 19. Januar 2006)

 

Dienstag, 17.01. Hahei (98 km)

Nach dem Kaffeetrinken an einer Tankstelle in Waitakaruru verkürzt Uta wegen des heißen Wetters die Hosenbeine. Tankwart: “I haven’t got a licence for that!!” Uta: “For what?” Tankwart: “For stripping!” Bei der südlichen Umfahrung der Firth of Thames fühlen wir uns wie auf der Landstraße zwischen Bibione und Caorle. In dem Goldgräberstädtchen Thames dann wie im Wilden Westen, mit Holzfassaden, alten Saloons und Hotels von 1868 (dazwischen allerdings sehr neuzeitliche Autohändler). Daneben alte Holzhäuschen und Oldtimer. Endlich eine “Sternchen-Strecke”, die östliche Küstenstraße (wie an der Riviera oder auch auf Corfu) bis Tapu. Letztes Bad im Firth of Thames. 

Hinauf in die Coromandel-Halbinsel

Hinauf in die Coromandel-Halbinsel

Mammutbaum Kauri-Tree

Mammutbaum Kauri-Tree

Abfahrt vorbei an Palmen

Abfahrt vorbei an Palmen

Dann geht es nach Osten ab in die gebirgige Coromandel-Halbinsel, 12 km hinauf, 12 km hinab (auf nierensteinzertrümmernder Schotterpiste). Unterwegs der einzige Kauri (Mammutbaum), den wir auf der ganzen Reise bisher gesehen haben (und sehen werden...) (1.200 Jahre alt, 9 Meter Umfang, 41 m Höhe). Uta hat einen "schleichenden Platten", den Volker in immer kürzeren Zeitabständen wieder aufpumpen muss. Dann endlich Traumstrand Hahei Beach am Pazifik. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an, bevor "Takeaway" schließt. Auf dem Campingplatz direkt hinter der Düne hat Volker an Utas Hinterrad drei Löcher zu flicken. Dabei brechen unbegreiflicherweise sowohl sein 15er-Ringschlüssel als auch sein "Franzose" ("Knochen") ab, weshalb er sich beim Platzwart schwereres Gerät besorgen muss. Nach diesem heißen Tag haben wir an allen nicht eingecremten Hautpartien, so unter den Achseln und an den Fersen (!) einen Sonnenbrand, auch entlang der Schweißrinnen unterm T-Shirt. Amtsarzt Volker erinnert sich zu spät daran, dass nasse Kleidung keinen Schutz mehr vor UV-Strahlung bietet. Während Uta nur entlang der Wirbelsäule rot ist, hat Volker auch je drei rote Querrillen an den Lenden, die er sich nicht erklären kann...

 

Mittwoch, 18.01. Tairua (33 km)

Phantastischer Küstenwanderweg am Strand von Hahei entlang mit herrlichen Blumen 1 Stunde 10 Minuten durch Fels und Dschungel zum Cathedral Cove, einem in Form eines gotischen Bogens ausgehöhlten und deshalb an eine Kathedrale erinnernden Felsen. Wegen der Strömung abenteuerliches Baden im Pazifik. 

Felsküste bei Cathedral Cove

Felsküste bei Cathedral Cove

Cathedral Cove

Cathedral Cove

Traumpaar an Traumstrand

Traumpaar an Traumstrand

Nachmittags zur low tide (Ebbe) an der Hot Water Beach, wo im Sand heiße Quellen (60 Grad Celsius) zu Tage treten. Volker badet (noch dazu blind, weil ohne Brille) an der wegen hoher Wellen und Unterströmungen viert-gefährlichsten Bucht Neuseelands. Nach der Rückkehr erkennt er nicht einmal mehr Uta. Typisch für dieses Land, das immer für Überraschungen gut ist: Abends vor unserem Tagesziel Tairua noch ein 4 km langer kesselbergähnlicher Anstieg. Abends freut sich Volker auf die bestellten Muscheln, erhält aber einen undefinierbaren Vorspeisenteller nach Art des Hauses (das Lokal hieß nämlich Shell’s – und Muscheln heißen nun mal Mussels).

 

Donnerstag, 19.01. Athenree (88 km)

Endlich eine eigene Versorgung mit Kaffee: Uta hat Instant-Kaffee und Müsli (das dritte deutsche Wort in Neuseeland neben Kindergarten und Blitzkrieg) gekauft, weil es in allen Backpackers (Rucksackherbergen), Caravans and Cabins (in Motorcamps und Holidayparks) nie ein Frühstück gibt. Ach ja, die Übernachtungspreise (mit und ohne “linen”, sprich “Linnen” und nicht “Leinen”, also Bettwäsche) lagen zwischen 17,50 und 30 neuseeländische Dollar (NZD) pro Person, also bei 11,- bis 20,- Euro. 

Im Morgenglanz die Bucht von Tairua mit dem gleichnamigen Vulkan.

Erst 3 km bergauf zur McBeth Road (nomen est omen !), dann noch mal 5 km. Statt der erhofften und verdienten Abfahrt stürmischer Gegenwind mit eiskaltem Regen, so dass wir sogar bergabwärts treten müssen. Goldminenstadt Waihi (macht immer noch 1 Million Dollar pro Woche, allerdings müssen für 5 Gramm Gold 1 Tonne Felsen verarbeitet werden!). In Athenree bekommen wir die Hochzeitssuite, ein kleines Kabinenhäuschen, in das gerade mal ein schmales Doppelbett (= single kingsize) passt, und wir haben wieder ein Entmüdungsbecken mit 38 Grad warmem Thermal Wasser, was insbesondere Volkers Rücken gut tut.

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